Trauerarbeit

Zwischen dem Tod und dem Tag der Bestattung erfahren die Trauernden gewöhnlich viel Aufmerksamkeit. Danach beginnt für sie eine Zeit des Schweigens und einer vorübergehenden Vereinsamung. Die Menschen, die gekommen waren, sind längst zu ihrer eigenen Tagesordung zurückgekehrt. Zu ihren Lebenspartnern, Freunden, an ihre Arbeit, zurück zu den gewohnten Lebensabläufen und zu ihren eigenen Lebensgeschichten.

 

Für die Hinterbliebenen zieht sich jedoch ein tiefer Riss durch ihre Biografie. Nach der Beisetzung des Angehörigen nimmt allmählich auch der Kontakt zu dessen Bekannten- und Freundeskreis ab. Die gemeinsamen Freund- und Bekanntschaften wollen gepflegt werden, auch gerade in der völlig veränderten Situation. Das sogenannte Trauerjahr beginnt. Vom Zeitpunkt der Bestattung bis zum ersten Todestag müssen die eigenen Tage ohne den Verstorbenen durchlebt werden. Alles ereignet sich zum ersten Mal ohne ihn. Das Begehen von Fest- und Feiertagen erleben die Trauernden besonders schmerzlich.

 

Für sie ist das Trauerjahr die Zeit der kleinen Abschiede nach einem großen endgültigen Abschied. Die Angelegenheiten des Verstorbenen müssen geregelt werden, es ist zu entschieden, was mit seinen persönlichen Dingen geschieht. Die schwerste Aufgabe aber bleibt, nämlich den Verlust zu realisieren und den Weg zurück ins Leben zu finden. Dabei kann es helfen, Tagebuch zu führen, Spaziergänge (auch zu zweit) wieder aufzunehmen, erste Einladungen anzunehmen oder auch bewusst Stillezeiten und die Möglichkeit für persönliche Gespräche zu suchen.

 

Während des Trauerjahres können Vertrauenspersonen geeignete Ansprechpartner für die eigene Verlustbewältigung werden. Denkbar ist auch, vorübergehend an einer Selbsthilfegruppe Trauernder teilzunehmen. Vielleicht hilft es, wieder ein Buch zu lesen. In jedem Fall bietet sich an, gute Musik zu hören, ein Konzert zu besuchen, ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen, ein Gedicht aufzuschlagen, aufgeschlagen liegen zu lassen, um darin von Mal zu Mal zu lesen. Mit zum Schwersten gehört es, gemeinsame Erinnerungsorte alleine oder in Begleitung aufzusuchen.

 

Ohne den vertrauten Menschen zu leben gelingt nur in kleinen Schritten. Erst allmählich finden die Trauernden zurück in ein selbständiges Leben, das ihnen auch wieder lebenswert erscheint und in dem sie auch sich selbst wieder Gutes erweisen können. Um dieses lohnenswerte Ziel zu erreichen, wünsche ich Ihnen viel Kraft und Lebensmut. Soweit Sie es wünschen, bin ich gerne bereit, Sie auf diesem Weg ein kleines Stück zu begleiten.

Gerhard Schlögl

 

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„Das schönste Denkmal,
das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen“

(Albert Schweizer)